Küchenzeug
ebay-Schnäppchen!
citykitchen 9. Mai 2010
Seit bei ebay die gewerblichen Dealer und Powerseller immer mehr ihr Unwesen treiben, stöber ich dort nicht mehr so gerne herum. Bei meiner aktuell laufenden Ausmist-Aktion hab ich seit Ewigkeiten wieder selbst meinen Kram angeboten und konnte es dann doch nicht lassen, mich ebenfalls umzuschaun. Auf 15 Artikel aus dem Bereich Küche und Kochen hab ich jeweils (etwas halbherzig) 1 Euro geboten… Bingo! Diese bezaubernden Tässchen wollte weiter niemand und stehen jetzt bei mir rum in der Vitrine. Passen weder zu unseren Trinkgewohnheiten, noch zu unserer Einrichtung und werden wohl ausschließlich als Requisite für Keks-Fotoshoots herhalten müssen. Wurscht, mir gefallen sie.
Übrigens, es war unglaublich welche Mühe sich der Verkäufer sich mit der Verpackung gemacht hat. Jede Tasse und Untertasse war in einer dicken Schicht Watte eingepackt, über die zentimeterdicke Schichten (Bild-)Zeitung gewickelt wurden. Die Hohlräume im Karton wurden mit Küchenrollen ausgestopft. So macht ebay dann doch wieder Spaß!
Es grünt so grün
citykitchen 10. April 2010
Ich hätte so gerne einen Garten. Oder einen Balkon. Nur einen ganz kleinen. Für frische Kräuter, Salat aus dem Blumentopf, Zitronenbäumchen, Minitomaten… ach, was man halt so in der Küche gebrauchen kann. Vielleicht noch ein paar Geranien… Kein Balkon, kein Garten aber eine Prise Improvisationstalent. In allen (un)möglichen Gefäßen ziehe ich mir mein Grünzeug selbst heran, kaufe Kräuter in Töpfchen, topfe die dann um und verteile das alles auf sämtliche Fensterbänke in der Wohnung und in unserem schön alten Treppenhaus (diskutiere gerade mit dem Vorkoster den Unterschied zwischen “unserem schön alten” und “unserem schönen alten Treppenhaus”…). In den vergangenen Jahren hatte ich auf diese Weise von Mai bis Spätsommer immer frischen Salat für 1 bis 2 Personen, Spinat, Kräuter (5 Sorten Basilikum!) und Erdbeeren. Die Fensterbanksaison 2010 hab’ ich mit Winter-Portulak und Brunnenkresse eingeläutet. Spinat und Salat sind auch schon unter der Erde und ich bin selbst ganz gespannt, was ich noch alles an Samen mit heimbringe…

Winter-Portulak und Brunnenkresse.

Küchenfensterbank.
Konfrontationstherapie
citykitchen 16. Dezember 2009
Schaut harmlos aus…
Seit ich als ganz kleines Mädchen “Heidi” im Fernsehen gesehen hab, liebe ich geschmolzenen Käse. Jede Folge aufs Neue war ich fasziniert und mit Wasser im Mund vor dem Fernseher gesessen und habe mich in die heimelige Atmosphäre der Schweizer Berghütte hineinversetzt, in der der Almöhi der Heidi und dem Ziegenpeter über dem offenen Feuer ein Stück Käse am Stab geschmolzen hat. Essen über offenem Feuer gekocht beschert eine Riesenportion Behaglichkeit und Gemütlichkeit. Außerdem schmeckt Käse in geschmolzenem oder überbackenem Zustand ganz speziell. Allerdings kam ich dann im Laufe des Heranwachsens zu der Erkenntnis, dass sich nicht jeder Käse zum Schmelzen eignet. Eine Scheiblette für 1 Minute in der Mikrowelle gekokelt hat nichts mit dem Heidi-Gefühl zu tun…. Aber ein Käsefondue! Oh ja, offenes Feuer und geschmolzener Käse. Zwar nicht am Stab – aber immerhin an der Stäbchengabel über einem schönen Keramiktopf.
Mein erstes Käsefondue gab es bei uns zuhause mit Freunden an einem Silvesterabend. Wir Kinder durften nur ab und zu ein Weißbrotstückchen in den Käse tunken, schließlich war da doch Wein drin! Ich war mittendrin in den Schweizer Alpen, hörte das Rauschen der Tannen und die Glöckchen der Ziegen. Bis es zur Explosion kam! Mit einem lauten Knall ist der Topf mit dem heißen Käse in die Luft geflogen. Der heiße Käse hing gespenstisch an der Decke, an der feinen Kleidung, in den Haaren und den Gesichtern von meiner Familie und unseren Gästen. Als bei den Großen der erste Schreck vorüber war und die Sauerei beseitigt, machte meine Mama Schnittchen und die Feier ging weiter.
Mir ging der Knall und mein Schock lange nicht aus dem Kopf und habe seitdem nie mehr ein Fondueset auch nur angeschaut (meine Mama hat übrigens nie Ersatz für den Fonduetopf gekauft…). Schade um das Heidi-Gefühl, das ich so sehr vermisse und das von einem Ofenkäse aus dem Supermarktkühlregal nicht hervorgelockt wird.
Viel später dann sind dann immer wieder mal Einladungen zu einem Fondueabend bei mir eingetroffen. Meine erste Frage war dann immer: “Käse oder Fleisch?”. Ich hatte immer Glück und es gab Fleischfondue. An das Fondue mit den Fleischstückchen hatte ich mich wieder herangetraut, weil das ja in einem Alutopf zubereitet wird und der wohl nicht explodieren kann. Jetzt ist aber die Zeit, wo ich ein bisschen Heidi gut gebrauchen kann. Zur Ruhe kommen, in Nostalgie abtauchen, gemeinsam an einem Tisch sitzen und Brotstückchen in geschmolzenen Käse tauchen. 25 Jahre nach dem Käsefondue-GAU wird das ja wohl möglich sein!? Ich habe mir tatsächlich ein Fondueset gekauft. Mit einem schwerem Topf aus Gusseisen (kein Keramik!) und einem (zwar nicht so schönem aber) praktischen Rechaud aus Aluguss, der mit Brennpaste funktioniert. Der Rechaud ist deshalb so praktisch, weil man ihn mit bis zu drei Brennpasten auf einmal befeuern kann (warum auch immer) und sich auch optimal für den Wok eignet (da erschließen sich ganz neue Kochabenteuer…). Die Verkäuferin, die mich hervorragend beraten hat, hat mir garantiert, dass der Topf nicht explodieren wird…


