Pasta

Pasta-Manufaktur: Ravioli mit Kräuter-Ricotta-Füllung

citykitchen 13. März 2010

ravioli

Made in citykitchen.

Wenn ich bereit bin meine Küche total einzusauen, muss schon was gescheites dabei rauskommen. Und was gescheiteres als selbstgemachte Pasta gibt es nicht.

Pasta selbermachen hat viele Vorzüge. Klar, das Ergebnis schmeckt gut. Abgesehen davon,
a) macht es unheimlich viel Spaß.
b) ist Pastateig kneten das beste mir bekannte Aggressionsbewältigungsprogramm - ehrlich, egal worüber man sich den ganzen Tag geärgert hat, Pasta machen besänftigt. Das Schlagen und Kneten des Teiges beruhigt. Wenn der Teig super gelingt, ist alles plötzlich voller Sonnenschein. Und wenn der Teig rumzickt oder gar reisst, ärgert man sich ausschließlich über den verd…* Teig.
c) geht es - nach 1, 2 Mal üben - wirklich einfach.
d) ach, und für die eingesaute Küche, gibt es schließlich fleissige Helfer, die alles wieder ins Reine bringen…
Let’s go!

Pastateig für 3 - 4 Portionen:

• 300 g Semola di grano duro
• 3 Eier
• 1/2 TL Salz
• 1 EL Olivenöl

1. Die Zutaten für den Teig verrühre ich mit dem Handrührgerät (Knethaken!) für ca. 3 Minuten.
2. Dann schütte ich die Brösel auf die Arbeitsfläche und knete und schlage den Teig bis er schön glatt und elastisch ist und außerdem schön glänzt. Wenn ich merke, dass er noch zu bröselig ist, dann füge ich esslöffelweise Wasser dazu.
3. Zu einer Kugel formen, in Klarsichtfolie wickeln und ruhen lassen (nicht im Kühlschrank!).

Zutaten für die Füllung:
• 250 g Ricotta
• 1/4 Knoblauchzehe, ganz fein gehackt
• 1/2 getrocknete Chilischote
• Salz und Pfeffer
• 2 Hand voll frischen Basilium, fein gehackt
• 1 Hand voll frischen Majoran oder Oregano, fein gehackt
• 1 Hand voll frische Petersilie, fein gehackt
• 1/2 Hand voll frische Minze, fein gehackt
• 1 Hand voll geriebenen Parmesan

ravioli_fuellung

Für die Füllung alle Zutaten in einer Schüssel verrühren. Von den Kräutern ca. 2 EL übrig lassen, die werden am Schluss noch gebraucht.

ravioli_4-haendig

Den Pastateig in vier Kugeln aufteilen. Jeweils eine davon weiterverarbeiten, die anderen wieder schön einpacken. Mit der Nudelmaschine erst 2 - 3 Mal auf der gößten Stufe durchdrehen, dann Stufe für Stufe immer feiner walzen, bis Stufe 4 oder 5 (ca. 1 mm). Am besten geht das, wenn jemand mithilft. Einer hält den Teig, der andere kurbelt und fängt den ausgewalzten Teig auf (mit ganz viel Glück findet man noch einen dritten, der die ganz Gaudi fotografiert…).

ravioli_teigplatten

Aus dem ausgerollten Teig Kreise ausstechen. Ich habe mein Ravioligebiss hergenommen, das allerdings so seine Tücken hat; immer muss ich mit der Hand nachhelfen - vielleicht muss das auch so sein.

ravioli_rand_muss_pappen

Teigkreis auf das Ravioligebiss legen, die Füllung drauf und - ganz wichtig - die eine Hälfte des Randes mit Wasser bepinseln, dann pappen die Ravioli besser zusammen und gehen im Kochwasser nicht auf.

ravioli_gebiss

… noch ein wichtiger Schritt: die Luft aus den Ravioli pressen! (omg… was sind das für Adern auf meinen Händen?)

ravioli_gebiss2
Jetzt die Raviolipresse zusammendrücken…

ravioli_endskrass
… so soll der fertige Raviolo ausschauen…

ravioli_in_reih_und_glied

Die fertigen Ravioli für 4 - 5 Minuten ins kochende Salzwasser. Als Finish 2 EL Butter mit einem Spritzer Olivenöl in einer Pfanne bei mittlerer Hitze zerlaufen lassen. Die übrig gelassenen Kräuter hinzufügen und die abgetropften Ravioli darin schwenken. jammjammjamm….

ravioli_ueberbleibsel1

Und wenn noch ein Haufen Teig übrig ist, dann mach ich sowas: einfach die Teigreste zu lustigen geometrischen Formen schneiden und trocknen lassen (…ich hab jetzt Pasta e Fagioli im Kopf. yeah…).

ravioli_ueberbleibsel2

Oder Taglierini… die trocknen über Nacht und freuen sich auf ein Intermezzo mit einem Ragu.

Nachgekocht: Schwarze Linguine mit Garnelen

citykitchen 7. März 2010

linguine_nere
Fast food deluxe.

Das Rezept mit Garnelen auf schwarzer Pasta hab ich bei Christina auf ihrem tollen Blog New kitch on the blog gefunden. Statt Tagliatelle gab’s bei mir getrocknete Linguine, die Garnelen waren von “Costa” aus der Tiefkühltruhe und die Zuckerschoten waren mir im Laden nicht knackig genug, drum gab’s gelbe und rote Minitomaten. In der Reihenfolge habe ich’s etwas anders zubereitet, das Ergebnis war aber genauso klasse wie bei Christina. Und weil ich es gern scharf mag, kam noch die Chilischote dazu…

Zutaten für 3:
• 250 g Linguine nere
• 250 g Garnelen
• 1/2 rote Zwiebel
• Olivenöl
• 1/2 Glas Weißwein
• 1/2 Glas Fischfond
• 80 ml Sahne
• 1 kleine rote Chilischote (ohne Samen)

1. Olivenöl in einer großen Pfanne heiß werden lassen; die Garnelen von jeder Seite 2 Minuten anbraten. Die Garnelen in Alufolie warmhalten.
2. Bei Bedarf noch etwas Olivenöl in die Pfanne geben und die Zwiebel darin anschwitzen. Die Tomaten halbieren und mit der klein geschnittenen Chilischote dazugeben. Mit Weißwein (ich hab Lugana genommen, der ist bei uns zu Hause gerade angesagt) ablöschen und die Flüssigkeit gut verdampfen lassen.
3. Dann den Fischfond und die Sahne einrühren, auf starker Hitze etwas einkochen lassen. Jetzt sollten die Linguinie ins kochende Salzwasser.
4. Die Sauce mit Salz würzen. Die Garnelen und die Pasta in die Sauce geben und gut schwenken.

Fazit: Ich werde mir auf jeden Fall einen Vorrat an TK-Garnelen anlegen…

Beinscheibenragu dekadent

citykitchen 21. Februar 2010

beinscheibenragu_mit_mafaldine

Kocht sich von alleine.

Schmorgerichte sind einfach unschlagbar. Der Abwasch hält sich in Grenzen und der Ofen macht die ganze Arbeit. Die Zutaten werden grob geschnippelt, angebraten und schmoren im Ofen vor sich hin. In der Zwischenzeit ist eine Menge Zeit, um die Küche wieder auf Vordermann zu bringen. Danach einfach die Beine hochlegen und warten bis das Essen fertig ist.

Beim nächsten Mal pass ich allerdings besser auf, was ich in den Topf reinschütte. Mein Vorrat an Rotwein war bis auf eine Flasche erschöpft. Die letzte Flasche war ein Franzose mit dem Namen “Le vieux Village” aus 2007. Ein Weihnachtsgeschenk. Die halbe Flasche hab ich in den Topf geschüttet. Als der Bauch vollgeschlagen war (mit diesem absolut leckeren Ragu), hab ich spaßeshalber gegoogelt, was der Tropfen wert ist. Oh mein Gott! 119 Euro!! Wein des Jahres 2009. Schock. Schriller Aufschrei. Ach, was soll’s…

beinscheiben

Zutaten für 4:
• Beinscheiben vom Rind, 1 kg
• 1 Zwiebel, gewürfelt
• 3 Möhren, gewürfelt
• 3 Stangen Staudensellerie, gewürfelt
• 4 Knoblauchzehen, grob zerkleinert
• 1 Handvoll getrocknete Steinpilze
• 2 Lorbeerblätter
• 1 Rosmarinzweig
• 1/2 Zimtstange
• 2 Dosen geschälte Tomaten
• 1/2 l Rotwein
• Pfeffer, Salz

1. Im Schmortopf Olivenöl erhitzen. Die Zwiebeln, die Möhren, den Knoblauch, die Kräuter, die Zimtstange und die Steinpilze für ein paar Minuten andünsten.
2. Das Fleisch mit Salz und Pfeffer würzen und auf das Gemüse geben. Man kann das Fleisch auch mit anbraten, ich hab das diesmal nicht gemacht.
3. Die Tomaten und den Wein dazugeben. Zum Kochen bringen.
4. Deckel drauf und bei 180 Grad für 3 - 4 Stunden in den Ofen geben.
5. Nach der Schmorzeit das Fleisch aus dem Topf nehmen und in kleine Stückchen schneiden. Das Sehnenzeug und die Knochen entfernen.
6. Die Soße mit dem Rührstab nicht zu fein pürieren (vorher die Zimtstange und den Rosmarin rausfischen). Eventuell bei großer Hitze reduzieren lassen.
7. Das Fleisch wieder in die Soße geben. Fertig.

Dazu gab’s bei uns Mafaldine.

Der Vorkoster kocht!

citykitchen 19. Februar 2010

vorkoster_kocht
Mann am Herd. Yummy.

Es gibt viele Sachen, die einem nach einem gefühlten 35-Stunden-Tag im Büro passieren können. Definitiv eine der schönsten Sachen ist es, bekocht zu werden. Was für eine Überraschung, wenn ich die Haustür aufsperr und es riecht schon nach lecker Essen. Ich muss nur noch in bequeme Klamotten schlüpfen, mich an den gedeckten Tisch setzen und meinen Aperitif genießen. Mein Vorkoster hat sich an den Herd gestellt und was Feines gezaubert: Pasta mit Weltklassesauce. Was genau drin war hat er nicht verraten; nur so viel: “Das Geheimnis ist die Butter!”. Das Sößchen war toll reduziert, genau richtig gewürzt und, naja, die Hälfte meiner kostbaren, importierten Pferdesalami ist jetzt weg… Bild durfte ich leider keines machen. Und wie hat’s geschmeckt? Wie beim Italiener.

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